Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke (wir reden über die 90er, also Eurodance, Plateauschuhe und ein graues, batteriebetriebenes Viereck namens GAMEBOY), habe ich nur vage Erinnerungen an Bücher. Dunkel tauchen Bilder von R.L. Stines »Gänsehaut«-Romanen darin auf und ich bilde mir ein, selbst Gedichte verfasst zu haben. Aber spätestens als meine Akne die Hoheitsgewalt über mein Gesicht erlangte, verdrängten Videospiele, Raufereien und der Reiz des anderen Geschlechts mein Interesse für Literatur.
Bis zu einem schicksalsträchtigen Campingurlaub in der Mitte meiner Zwanziger, der so eintönig war, dass ich mir aus Frust einen Roman aus dem Rondell eines Minimarkts griff. Es war »Die Therapie« des damals noch recht unbekannten Sebastian Fitzek. Dieses Leseerlebnis und – einige Zeit später – die Bücherliebe meiner damaligen Freundin und heutigen Frau Susi entfachten meine Freude am Lesen erneut. Sie hält bis heute an.
Bis ich selbst zum Schreiben fand, hat es nochmals einige Jahre gebraucht. Das, eine nicht genutzte Ausbildung als Grafik-Designer und eine darauf folgende, zweite Karriere als Augenoptiker, die mich irgendwann nicht mehr erfüllte. So spontan, wie sich andere für den Wechsel einer Fahrspur entscheiden, entschied ich mich für einen anderen Beruf.
Tja – was soll ich sagen?
Wenn du das hier liest, hat’s irgendwie funktioniert … oder?
Von Kurzgeschichten bis zu Romanen – hier findet ihr alles, was seinen Weg aus meinem Kopf in den Äther gefunden hat.
»Wunder leben nicht von Wissen, sie leben von Glauben. Und manchmal reicht Glauben völlig aus.«
Ob unterwegs im Zug oder mitten im Leben – »in vollen Zügen « kann vieles bedeuten.
Natürlich bin ich stolz auf meinen Sohn und alles, was er als Autor erreicht hat. Trotzdem könnte er sich öfter bei mir melden.
Was soll Ich sagen? Über Wochen verschwindet mein Mann in sein Arbeitszimmer, wo er wie ein Besessener in seinen Laptop starrt. Als er mir sein erstes Buch zeigte, war ich einfach nur froh, dass er in all den Stunden nicht nur Pornos geschaut hat.